Freie Welpenaufzucht

Darunter verstehe ich eine fast komplett gitter- oder zwingerfreie Unterbringung der Welpen, d. h., sie können sich frei im Haus und Garten bewegen wie unsere erwachsenen Kromis und Projekthunde auch, sobald die Entwicklung und Außentemperaturen dieses zulassen.

Es bedarf einer fast rund-um-die-Uhr Betreuung und Aufmerksamkeit, dazu muss ich viel Zeit und Energie aufwenden, was bei einem normalen Arbeitsleben oder Tagesablauf mit anderen Verpflichtungen fast nicht durchführbar ist.

Die Welpen haben freien Zugang vom Haus zum sicher eingezäunten Garten.

Wegen des permanentem Bereitschaftsdienstes benötige ich eine stabile Gesundheit und manches Mal extrem starke Nerven.

Für die Welpenaufzucht nehme ich u.a. meinen kompletten Jahresurlaub. So kann ich meine Zeiteinteilung dem Tagesgeschehen und den Schlafbedürfnissen der Welpen anpassen.

Die Grenzen der freien Aufzucht liegen in der Domestikation, d. h. bei aller Sicherheit, die das Hunderudel bietet und bei aller Fürsorge durch die vierbeinigen Rudelmitglieder, brauchen die Welpen dringend die Anwesenheit des Menschen. Alles ist in bester Ordnung, wenn die Kleinen ihre Zweibeiner in der Nähe haben.

Eine solche Aufzucht bringt unvergleichliche Vorteile für die Welpen und deren Sozialisierung.

 

Stubenreinheit

Irik "Prinz Pieselviel"
Irik "Prinz Pieselviel"

Die Welpen lernen bereits frühzeitig, sobald es die Witterung zulässt, ihr kleines und großes "Geschäft" draußen zu erledigen. Das heißt nicht, dass sie mit acht oder neun Wochen 100%ig  stubenrein sind, aber wenn sie sich später in der Wohnung lösen, hatten sie entweder keinen Zugang nach draußen, oder aber die Signale des Welpen wurden übersehen.

Abwechslung

Der Welpenauslauf ist hier mit den verschiedensten Dingen abwechslungsreich ausgestattet. Ein Autoreifen zum Durchkriechen gehört ebenso dazu wie eine Wippe, verschiedene Gegenstände zum Zerren und Schütteln. Möglichkeiten für kleine Expeditionen und spielerisches Erkunden mit viel Platz, Licht, Luft und Sonne sind von großer Wichtigkeit.

Rudel und Familie

Das freie Aufwachsen mit unseren erwachsenen Hunden ist für die Entwicklung der Welpen ein unermesslicher Vorteil in Bezug innerartlicher Sozialisation. Die Hundemama und die übrigen "Tanten" teilen sich die Fürsorge und Betreuung der Kleinen. Die Hundemutter wird entlastet und die Welpis lernen früh angepasstes Verhalten. Sie haben von Anfang an direkten Kontakt zu uns, suchen "automatisch" unsere Nähe und schlafen in der Regel dort, wo wir uns aufhalten.

Im Haus

Unsere Welpen lernen von Anfang an möglichst viele Geräusche kennen, die im Haushalt auftreten, auch eine Geräusche-CD für Welpen kommt anfangs leise und täglich etwas lauter werdend zum Einsatz. Sie bewegen sich auf unterschiedlichen Bodenbelägen und finden verschiedenes Spielzeug, um es zahntechnisch auszutesten. Sie zeigen keine Furcht vor Unbekanntem und kommen mit neuen Situationen schnell klar. Weder Staubsauger noch Musik oder heruntergefallene Dinge bringen sie aus der Ruhe. Sie haben (meistens) einen gesunden Appetit, sind immer fröhlich und aufgeschlossen. Sie freuen sich, wenn sie begrüßt werden, kommen auf Zuruf ihres Namens und können auch ruhig auf dem Schoß sitzen.

Während der Entwicklung kann ich die Welpen durch dauernde Beobachtung in ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium und Verhaltenrepertoire einschätzen und so für die Zuordnung der späteren Familien sorgen.

Alleinsein

Die Welpen beschäftigen sich auch mal selbst an einem anderen Ort und können frei entscheiden, ob sie mir zu Füßen liegen oder ein Körbchen in der Küche belagern. Wenn ich mal das Zimmer verlasse, spielen sie ruhig weiter. Der Schaden, den die Welpen meherer Würfe hier angerichtet haben, ist nicht erwähnenswert. Bis auf ein angenagtes Bein eines Rattansessels ist hier bis zur 10. Woche nichts zu vermelden. Die Welpen, deren Mutter und ich schlafen bis zur Abgabe gemeinsam in einem Zimmer. Der Nachteil: Ich werde nachts ein paar Mal geweckt, wenn sie sich lösen müssen. Das heißt dann auch ein-zweimal in der Nacht aufstehen und die Kleinen nach draußen lassen.

Spiel & Erziehung

Es gibt Spielzeiten, in denen auch wir mit den Welpen ausgelassen spielen und "Arbeitszeiten", in denen sie sich "untersuchen lassen" müssen. Sie werden bis zur Abgabe täglich gewogen, das Zahnen wird beobachtet, sie müssen sich an Halsband und evtl. Leine gewöhnen und sie lernen mit Mama und Geschwister das "Autofahren". Es gibt Zeiten, wo sie gegen ihren Willen zur Ordnung gerufen werden müssen, wenn sie z.B. abends ihre "verrückten 5 Minuten" haben und wie die Irren durch die Wohnung flitzen. Ich lasse sie gewähren, biete aber Einhalt, wenn sie gar nicht "runterkommen". Sie werden verbal ermahnt und wenn das nichts hilft, hochgehoben und auf dem Arm oder der Hand gehalten. Das reicht meistens. Ansonsten sind die tägl. 5 Min. Renn-Flashs zu tolerieren, damit sich die Spannungen abbauen und die Welpen "wilde Sau" spielen dürfen. Ein Keks oder eine Kaustange sorgen dann ebenfalls für Ruhe.

Verständnis & Vertrauen

Wenn man mehere Würfe aufgezogen hat, reagiert man auf bestimmtes Welpenverhalten "gelassen" und souverän. Welpen sind einfach gesagt, junge Hunde, die nicht nach menschlichem Verständnis und Empfinden ticken. Sie müssen klar "verstehen" können, was wir von ihnen erwarten. Da sie nicht unsere Sprache erlernen können, müssen wir ihre lernen.  Einfache, immer gleiche Rituale erleichtern das Verständnis sehr. Das erlernte und unerschütterliche Vertrauen der Welpen zu uns ist die Basis für einen angstfreien Kromfohrländer, der in großer Zuneigung an seinem späteren Besitzter hängt und ihn problemlos begleitet, ihm freudig folgt und sehr, sehr schnell dazu lernt.

 

Die Welpen werden je nach Entwicklungsstand frühestens mit neun/zehn Wochen abgegeben. Sie sind dann mehrfach entwurmt, geimpft und tierärztlich untersucht. Sie haben einen EU-Tierpass und sind mit einem Mikrochip versehen.

 

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